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Empathie und Dialog sind der Königsweg zu einem gelingenden Leben und beruflichen Erfolg.

Empathie erzeugt die Wertschätzung, Teilnahme und Zustimmung, die Sie zur Verwirklichung Ihrer Ideen und zur Klärung von Meinungsverschiedenheiten brauchen - ganz gleich ob es um persönliches Verhalten, berufliche Vorhaben oder gesellschaftliches Engagement geht - meist hängt ja alles mit allem zusammen.

Dialog verstehen wir als die Kunst des gemeinsamen Denkens. Dialog heißt Verständigung zu erreichen und zuvor verborgene Potenziale zur Quelle persönlicher Zufriedenheit, guter Beziehungen, gesellschaftlicher Anerkennung und beruflichen Erfolgs zu machen.

Die Akademie für Empathie ist eine Sinn- und Arbeitsgemeinschaft von Wissensvermittlern und Beratern aus verschiedenen Fachbereichen mit dem Wertversprechen zwischenmenschliche Verständigung und unternehmerischen Erfolg zu fördern.

Mit Einfühlungsvermögen, guten Ideen und wirksamen Methoden bestärken wir Menschen und Organisationen bestärken, ihren Einfluss, ihr Wissen, ihre Kreativität, ihren Mut und ihre Fähigkeiten zu nutzen, um Wege zu finden, sich und ihre Gemeinschaft voranzubringen und eine intakte und gerechte Welt zu gestalten.

EmpathieBlog

Warum Geld nicht immer glücklicher macht

Sek EmpathieAkademie

Mit dem Einkommen steigt die Zufriedenheit, das ist wissenschaftlich belegt. Doch Glück lässt sich mit Geld nicht endlos steigern. Der Ökonom Bruno S. Frey erklärt, woran es liegt - und was das Ganze mit Pizza-Essen zu tun hat.

Alle Menschen wollen glücklich werden. Diese Auffassung wurde schon von Aristoteles vertreten und danach von vielen andern Philosophen und Schriftstellern aufgenommen.

Personen mit höherem Einkommen verfügen über einen größeren Spielraum, sich ihre persönlichen materiellen Wünsche zu erfüllen. Sie können sich mehr Güter und Dienstleistungen leisten. Zusätzlich haben sie einen höheren gesellschaftlichen Status inne. Die Beziehung zwischen Einkommen und Glück - zu einem bestimmten Zeitpunkt und in einem bestimmten Land - war und ist das Thema von umfangreicher empirischer Forschung.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Personen mit höherem Einkommen bewerten ihr subjektives Wohlbefinden höher als ärmere Personen. Diese positive Korrelation zwischen Einkommen und Glück ist statistisch gut gesichert.

Der positive Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenszufriedenheit lässt sich anhand der Daten des Deutschen Sozioökonomischen Panels über die Periode 1985 bis 2003 quantitativ ermitteln: Das Haushaltseinkommen korreliert positiv mit der geäußerten Lebenszufriedenheit. Bei einer Verdoppelung des Haushaltseinkommens steigt sie auf einer Zehn-Punkte-Skala um 0,55 Punkte. Wer seine Lebenszufriedenheit zuvor beispielsweise mit 8 angab, gibt nach einer Einkommensverdoppelung etwa 8,5 an, was einen recht deutlichen Anstieg des Glücks darstellt.

Zusätzliches Einkommen und Vermögen erhöht die Lebenszufriedenheit allerdings nicht unbegrenzt. Die Beziehung zwischen Einkommen und Glück ist nicht linear; es besteht vielmehr ein abnehmender Grenznutzen.

Das ökonomische Gesetz des abnehmenden Grenznutzens kennen wir auch aus anderen Bereichen: Das erste Stück Pizza stiftet einen hohen Nutzen, das zweite Stück ist auch noch willkommen, macht aber schon weniger zufrieden. Mit dem fünften Stück ist allerdings im Normalfall der Hunger definitiv gestillt.

Ähnlich verhält es sich mit dem Einkommen: Der gern zitierte amerikanische Tellerwäscher war bestimmt überglücklich, als er die ersten finanziellen Erfolge erzielte. Einmal zum Millionär avanciert, tragen aber weitere 1000 Dollar Einkommen kaum mehr zu einer signifikanten Zunahme seiner Lebenszufriedenheit bei.

Wenn der Lottogewinn zur Last wird

Es gibt sogar Situationen, in denen zusätzliches Einkommen als Last empfunden wird. Betrachten wir einen Lotteriegewinner: Die anfängliche Freude ist hoch, und die Lebenszufriedenheit nimmt sicherlich zu. Vermutlich kündigt der Lotteriegewinner nun seinen alten Job. Dadurch verliert er aber wichtige Beziehungen und Anerkennung. Zudem können Spannungen entstehen, weil von ihm erwartet wird, seine Verwandten und Freunde finanziell zu unterstützen.

Studien zufolge ist die durchschnittliche Lebenszufriedenheit der Lotteriegewinner nach einer Zeit der Anpassung nicht signifikant höher als vor dem Gewinn. Ein hohes Einkommen hat in diesem Fall zwei Gesichter: Zum einen garantiert es anhaltende Behaglichkeit. Zum anderen raubt es die Notwendigkeit, sich etwas erarbeiten zu müssen und daraus Freude zu schöpfen.

In vielen Ländern kann ein überraschendes Phänomen beobachtet werden: Obwohl das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen ist, blieb das durchschnittliche Glücksniveau konstant oder sank sogar. Die Menschen können sich viel mehr Güter und Dienstleistungen leisten, sind damit jedoch nicht wesentlich glücklicher geworden.

So hat sich zwischen 1970 und 2000 das um Preissteigerungen bereinigte Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland beinahe verdoppelt. Diese Steigerung beim materiellen Wohlergehen ging jedoch nicht mit einem Anstieg der durchschnittlichen Lebenszufriedenheit einher.

Die Lebenszufriedenheit hängt somit nicht ausschließlich vom Einkommensniveau ab. Wichtig sind zwei psychologische Prozesse beziehungsweise Mechanismen:

  • Wir vergleichen uns mit anderen Für uns Menschen ist die Position auf der Einkommensleiter maßgebend. Uns interessiert nicht die absolute Höhe unseres Einkommens, sondern vielmehr unsere Position auf der Einkommensleiter im Vergleich zu den Anderen, also das relative Einkommen. Wie viel verdienen wir im Vergleich zu den Anderen? Dabei schauen wir die Leiter aufwärts, nicht abwärts. Wir vergleichen uns also mit Personen, die ein höheres Einkommen haben als wir selbst. Unsere ärmeren Mitmenschen schließen wir hingegen nicht in unsere Betrachtung mit ein. Als Referenzgruppen dienen vor allem die Arbeitskollegen und die Familienangehörigen, aber auch Freunde und Bekannte.
  • Wir gewöhnen uns rasch an ein höheres Einkommen Zusätzliche Güter und Dienstleistungen stiften Zufriedenheit - zumindest vorübergehend. Ein anhaltend, unverändert hohes Konsumniveau oder wiederholter Konsum lassen die Befriedigung allerdings recht schnell verschwinden. Wir gewöhnen uns rasch an ein höheres Einkommen, das uns eine bessere materielle Versorgung mit Gütern erlaubt. Vor noch nicht allzu langer Zeit waren wir glücklich, wenn wir ein oder zwei Fernsehkanäle in Schwarz-Weiß empfangen konnten. Heute erwarten wir, Dutzende von Sendern empfangen zu können, selbstverständlich farbig. Wir haben unsere Erwartungen schnell an den technischen Fortschritt angepasst und uns an die neuen Möglichkeiten gewöhnt.

Das Ausmaß sowie die Art und Weise der Anpassung ist von Mensch zu Mensch und von Situation zu Situation verschieden. Beim Einkommen scheint der Gewöhnungseffekt vollständiger zu sein als in anderen Lebensbereichen, wie beispielsweise Heirat, Freizeit oder Invalidität.

Auch Demokratie macht glücklich

Einkommen produziert also subjektives Wohlbefinden, insbesondere in Ländern unterhalb einer gewissen Wohlstandsschwelle. Zusätzliches Einkommen erhöht das subjektive Wohlbefinden aber nicht endlos. Die materiellen Werte dürfen nicht überinterpretiert werden. Menschen streben auch immaterielle Ziele an. Glück lässt sich nicht einfach mit Geld kaufen.

Auf der anderen Seite ist die zuweilen anzutreffende Verherrlichung des Armseins nur eine romantische Vorstellung. Höheres Einkommen führt gerade auch in armen Ländern zu einer Zunahme der durchschnittlichen Lebenszufriedenheit. Die Effekte sind aber klein und abnehmend.

Andere Faktoren sind wichtiger, wenn es darum geht, Unterschiede in der Lebenszufriedenheit verschiedener Länder zu erklären. Mit zunehmendem Durchschnittseinkommen sind die Demokratien stabiler, die Menschenrechte sicherer, die durchschnittliche Gesundheit höher und die Einkommensverteilung gleichmäßiger. Damit steigt auch die Lebenszufriedenheit.

Die moderne Forschung zeigt somit, dass Glück durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Sicherlich ist der materielle Wohlstand nur einer der wichtigen Faktoren, aber er ist für das Erreichen des Glücks unerlässlich. Sich das Glück mit Hilfe von rein materiellen Gütern erkaufen zu wollen, ist verfehlt. Auch die allgemeinen gesellschaftlichen Bedingungen spielen eine große Rolle, allen voran die Möglichkeit der Menschen, sich politisch zu betätigen. Überdies sind gute soziale Beziehungen, insbesondere Freundschaften, und ein gutes Familienleben von zentraler Bedeutung für das Glück.

Dieser Text ist ein Auszug aus "Glück. Die Sicht der Ökonomie" von Bruno S. Frey und Claudia Frey Marti. Der Beitrag ist erschienen im Sammelband "Wertewandel mitgestalten. Gut handeln in Gesellschaft und Wirtschaft", herausgegeben von Brun-Hagen Hennerkes und George Augustin unter Mitarbeit von Thomas Hund.