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Unternehmensverbunde Stiftung: Unternehmenswert „Sinn“ für die Ewigkeit absichern

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Unternehmensverbunde Stiftung: Unternehmenswert „Sinn“ für die Ewigkeit absichern

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Geld alleine ist kein nachhaltig zielführender Anreiz, um Mitarbeiter dauerhaft zu motivieren und zu binden, insbesondere in der heutigen Zeit nicht mehr. Hat ein Familienunternehmer eine auf Werten und Sinnstiftung basierende Unternehmenskultur errichtet, kann er sie durch die unternehmensverbundene Stiftung als Holding dauerhaft aufrechterhalten. Die Stiftung sichert die nachhaltige Fortführung und Entwicklung auch bei einem Wechsel an der Spitze. 

Das Basler Forschungsinstitut Prognos hat im vergangenen Jahren Zahlen veröffentlicht, die Anlass zur Sorge geben: Bis 2030 könnten in Deutschland drei Millionen Fachkräfte fehlen. Für das Jahr 2040 errechneten die Forscher einen Mangel von 3,3 Millionen Fachkräften. Dieses Fehlen qualifizierter Arbeitskräfte kann sich zu einem Kernproblem der deutschen Wirtschaft entwickeln, dass das künftige Wirtschaftswachstum erheblich bremsen könnte. Daher ist es ein zentrales Bedürfnis für Unternehmer, gut ausgebildete Mitarbeiter zu halten und langfristig weiterzuentwickeln.

 

Aber wie kann dies funktionieren? Geld alleine ist hierzu kein nachhaltig zielführender Anreiz, insbesondere in der heutigen Zeit nicht mehr. Die sogenannten „Millenials“, also diejenigen, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurden und die Generation Y und einen Teil der jüngsten Generation Z stellen, lassen sich durch monetäre Anreize kaum noch locken. Das belegen zahlreiche Studien. Für sie stellt sich eher die Frage der Sinnerfüllung als die der Gehaltsmaximierung. Das zieht sich durch alle Branchen hinweg, von der Industrie bis hin zu Top-Beratungsunternehmen.

 

Bedeutsam ist daher die Etablierung einer Führungs- und Arbeitskultur, ausgerichtet am gemeinsamen Ziel des Unternehmens und der Bedürfnisse der Mitarbeiter. Mit angepassten Strategien kann der Arbeitgeber zum Sinn-Geber, zum Ermöglicher für Karrieren mit Selbstverwirklichungs-Anspruch werden. Diesen Ansatz gilt es freilich, systematisch über alle Ebenen hinweg zu verankern und zu einem echten Wert des Unternehmens zu machen, der sich nach außen hin darstellen lässt. Der Unternehmenswert „Sinn“ kann keine Top-down-Direktive sein, sondern muss komplett durchlässig sein und sich vertikal und horizontal verbreiten, damit das Unternehmen den "Sinn" in die eigene Kultur aufnehmen und dort dauerhaft etablieren kann.

Jetzt klingen Sinn, Werte und Kultur schnell nach den sogenannten „weichen Faktoren“, mit denen man sich nicht allzu lange aufhalten muss. Freilich aber haben Werte ganz klar leistungswirtschaftliche Implikationen und können als solche auch behandelt werden. Unternehmen mit einer transparenten, konsequenten Kultur, die den Bedürfnissen und der Lebenswirklichkeit aktueller und kommender Generationen entspricht, sind am Markt erfolgreicher: Sie gewinnen bessere Mitarbeiter und profitieren von Motivation und Know-how.

Dieser Wert lässt sich auch rechtlich absichern. Ein nachhaltiges Instrument hierzu ist die unternehmensverbundene Stiftung als Holding. Ist die Kultur einmal verankert, sollten Unternehmen alles daran setzen, diese auch beizubehalten, um die langlaufenden Vorteile auch wirklich ausnutzen zu können. Aber was passiert bei Wechsel auf der Ebene der Geschäftsführer-Gesellschafter, etwa im Rahmen der familiären Nachfolgeregelung oder durch die Einbindung eines Fremdmanagements? Kann diese etablierte Kultur dann noch beibehalten und weiterentwickelt werden oder kommt sie schnell auf den Prüfstand?

Strategisch denkende Familienunternehmer haben längst den Nutzen der privatnützigen Stiftung erkannt und durch dieses Instrument eine zukunftsorientierte Eigentümerstruktur geschaffen. In dieser Konstruktion übernimmt die Stiftung die Eigentümerschaft über ein Vermögen und sichert dieses innerhalb einer individuell stimmigen Struktur für die Ewigkeit. Das Vermögen wird verselbstständigt unter dem eigentümerlosen Dach der Familienstiftung, denn eine Stiftung gehört nur sich selbst, an ihr bestehen keine vermögenswerten Mitgliedschafts- und Beteiligungsrechte. Über allem steht die Stiftungssatzung, in der die Leitlinien des unternehmerischen Handels unveränderter festgeschrieben sind.

In der unternehmensverbundenen Stiftung als Holding werden vom Stiftungsvorstand die eingebrachten Beteiligungen – also das Familienunternehmen und möglicherweise weitere Gesellschaften - unter dem Eindruck der Stiftungssatzung geführt, während das operative Geschäft davon unangetastet bleibt. Der Stiftungsvorstand kontrolliert, dass die Geschäftsführung der stiftungsverbundenen Unternehmen tatsächlich fortführt und damit im Sinne des Stifters agiert; aber er ist nicht für das alltägliche Business verantwortlich.

Aufgrund der „Ewigkeitsstruktur“ der Stiftung führt ein solcher Ansatz zu einer stabilen Verankerung der einmal entwickelten und etablierten Werte und zahlt so dauerhaft in den Erfolg des Unternehmens ein. Damit wird die Stiftung zu einem wesentlichen Instrument für die nachhaltige Fortführung und Entwicklung einer auf Werten und Sinnstiftung basierenden Unternehmenskultur. Die Mitarbeiter und Bewerber werden es danken und das Unternehmen damit ebenfalls im Sinne des Stifters langfristig prägen.

- Autor: Rechtsanwalt und Steuerberater Thorsten Klinkner führt die Rechtsanwalts- und Steuerberatungsgesellschaft UnternehmerKompositionen GmbH aus Meerbusch bei Düsseldorf. Sie ist etablierter Spezialdienstleister für die rechtlich, steuerlich und strategisch tragfähige Errichtung von Familienstiftungen als Instrument einer zukunftsorientierten Eigentümerstruktur, insbesondere zur langfristig stabilen Führung etablierter Unternehmen. www.unternehmerkompositionen.de